Bernard-Henri Lévy

L’art de la philosophie ne vaut que s’il est un art de la guerre...

Philosopher contre Hegel et les néo­hégéliens. Philosopher contre l'inter­prétation pré-Bataille, et pré-Collège de sociologie, de la politique de Nietzsche. Philosopher contre le néo-platonisme et son démon de l'absolu. Philosopher contre Bergson et son avatar, justement, deleuzien. Philosopher contre la volonté de pureté, ou de guérir, dont j'ai démontré ailleurs qu'elle est la vraie matrice de ce qu'on a appelé, trop vite, les totalitarismes et qu'une guerre conceptuelle bien menée permet de mieux nommer. Philosopher pour nuire à ceux qui m'empêchent d'écrire et de philosopher. Philosopher pour empêcher, un peu, les imbéciles et les salauds de pavoiser. Philosopher contre Badiou. Philosopher contre la gidouille Zizek. Philosopher contre le parti du sommeil, des clowns ou des radicalités meurtrières. Pardon, mais c'est la vérité. Chaque fois que j'ai, depuis trente ans, fait un peu de philosophie c'est ainsi que j'ai opéré : dans une conjoncture donnée, compte tenu d'un problème ou d'une situation déterminés, identifier un ennemi et, l'ayant identifié, soit le tenir en respect, soit, parfois, le réduire ou le faire reculer. Guerre de guérilla, encore. Harcèlement. Et à la guerre comme à la guerre.

Son actualité

Der verhaftete Sohn und das Schweigen der Gutmenschen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14/10/2010)

Frankfurter Allgemeine Zeitung, par Bernard-Henri Lévy, pour Frankfurter Allgemeine Zeitung

logo frankfurter allgemeineSajjad, der Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani wurde vor drei Tagen festgenimmen. Der Zugriff erfolgte in der Kanzlei seines Rechtsanwalts, den sie ebenfalls mitgenommen haben. Und niemand, fast niemand, spricht davon.
Der junge Fahrkartenkontrolleur aus Tabriz hat seine Mutter mutig und unablässig verteidigt, hat sich an die Weltöffentlichkeit gewandt um auf ihr Schicksal, die drohende Steinigung, Aufmerksam zu machen. Er war gerade dabei einer deutschen Zeitung ein Interview zu geben, als er brutal zum Schweigen gebracht wurde, aber jedem, fast jedem, ist das egal.
Ein Staat, der morgen vielleicht schon die Atombombe besitzt, führt sich auf wie eine Mafiafamilie, die auf ihrem Kiez so eine Entführung, Geiselnahme und , wenn sie schon mal in Fahrt ist, vielleicht eine aussergerichtliche Hinrichtung durchzieht – und die ganze Welt, oder fast , scheint das normal zu finden.
Natürlich fehlen einem die Worte und die Vorstellungskraft angesichts so einer Tat, die allen Rechtsprinzipien Hohn spricht, dem gesunden Menschenverstand zuwider läuft und uns schlicht fassungslos zurücklässt
Aber man hätte doch schon gern eine Reaktion all jener die, angeführt von Präsident Sarkozy, erklärt haben, Frau Sakineh stünde unter der „Verantwortung“ Frankreichs.
Man würde auch eine robuste diplomatische Stellungnahme der deutschen Regierung erwarten, die ganz direkt betroffen ist, denn es waren zwei deutsche Journalisten, denen Sakinehs Sohn das Interview gab, als die Milizionäre in die Kanzlei des Rechtsanwalts drangen.
Und all die Menschenrechtsorganisationen, die feministischen Vereine, die Hunderttausende, die sich in der ganzen Welt für die Freilassung von Frau Sakineh eingestzt haben, sie müssen erneut die Kraft aufbringen, für diese Familie zu demonstrieren.
Man kann etwas tun. Man kann dem französischen Präsidenten und der deutschen Bundeskanzlerin schreiben, um sie zu beschwören, sich einzumischen.
Man kann, der Empfehlung des International Committee against Stoning folgend, auch den iranischen Justizbehörden schreiben, nämlich an: Head of the Judiciary, Howzeh Riyasat-e Qoveh Qaaiyeh, Pasteurt Sont., Vali Asr Ave., south of Serah-e Jomhouri, Tehran, 131 681 47 37, Iran.
Man kann, ja man muß die Mittel finden, und seien es die bescheidensten, um zu verhindern dass sich das Schweigen über diese Frau senkt, deren letzte Verbindung zur Außenwelt ihr Sohn und ihr Anwalt waren. In der Stille droht ihr das selbe Schicksal wie so vielen anderen im Iran: einfach ermordet zu werden.
Nur eines ist undenkbar: Stumm und untätig zu bleiben angesichts dieser absurden Eskalation.
Es wäre zum Verzweifeln, wenn sich die Welt einfach an eine neue barbarische Praxis gewöhnen würde, die darin besteht, den Sohn für die Verteidigung seiner Mutter zu bestrafen.

Bernard-Henri Lévy

Aus dem französischen von Nils Minkmar

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